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Abenteuer Europa
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Leseprobe 1



Der Entscheid, sich auf den Weg nach Europa zu machen, kann auch eine Konsequenz einseitiger Information sein. In Afrika beispielsweise ist Europa für einen grossen Teil der Bevölkerung schlicht der Ort, „wo Milch und Honig fliesst“. Die Versuchung, die Lösung aller Probleme in Europa zu suchen, statt sich den Schwierigkeiten vor Ort zu stellen, ist riesig. In Europa scheint alles machbar und das Leben grundsätzlich besser zu sein.

Genährt wird diese Überzeugung täglich durch die Medien. Fernsehen und Radio zeigen ein Europa, wo es keinen Mangel an Essen gibt, die Strassen gut unterhalten werden, öffentliche und private Transportmittel für alle zugänglich sind; die Bewohner sind glücklich und bei guter Gesundheit, bekommen eine gute Ausbildung, haben Arbeit, treiben Sport und tragen schöne Kleider, natürlich Markenkleider.

Die Realität eines Migranten, eines Asyl Suchenden in den Städten Europas ist in diesem Bild nicht vorgesehen. Niemand will das Leben Asyl Suchender am Rande der Gesellschaft aufzeigen, die Isolation und Einsamkeit, die Schwierigkeiten auf dem Arbeitsmarkt, das untätige Herumsitzen, die Armut inmitten all der „Reichen“.
All dies will niemand sehen.  

Nicht zu vergessen ist hierbei auch die Rolle der Sportler, insbesondere die der jungen Fussballer, deren Erfolge während europäischen Meisterschaften auf dem Bildschirm mitverfolgt werden können. In Afrika hoffen hunderte von Jugendlichen auf ihre Chance als grosser und erfolgreicher Fussballer irgendwann in einer europäischen Mannschaft spielen zu können. Dafür sind sie bereit, sich in Europa ohne gültige Aufenthaltsbewilligung für einen Fussballclub bereitzuhalten. (...)